Acht Pfoten und ein großes Herz

 

In diesem Jahr hatte der Winter zeitig Einzug gehalten. Nero, der Hofhund, verzog sich tief in seine Hütte und kuschelte sich ins Stroh. Er hatte vergessen die Jahre zu zählen, die er hier bereits seinen Dienst als Wachhund tat. Er fühlte sich nicht mehr so kräftig wie damals, als der Bauer ihn zu sich nahm. Es kümmerte ihn nicht mehr, ob die Tiere des nahen Waldes im Winter bei der Kälte auf den Hof kamen auf der Suche nach Futterresten. Nur eins konnte er immer noch nicht vertragen und das war, wenn Katzen sich auf den Hof verwirrten.

Plötzlich hörte er etwas. Es war ein Geräusch, das er nicht deuten konnte. Er ärgerte sich über die Störung und doch wollte er wissen, was es war. Es ließ ihm keine Ruhe. Träge schob er sich etwas nach vorne, um besser sehen zu können. Das Geräusch kam vom Stall her. Nero überlegte ob er sich erheben sollte, als plötzlich Sternschnuppen am Himmel tanzten und die Nacht erhellen. Nero kam sich geblendet vor. Doch konnte er jetzt den Hof besser überblicken.

Das konnte doch nicht wahr sein, vom Stall her nahm er einen Duft nach Katze wahr.
In seine Wut hinein sah er wieder die Sternschnuppen leuchten. Jetzt erreichten Glockenklänge an sein Ohr. "Weihnachten! Das ist Weihnachten", gingen seine Gedanken. Ein Lächeln aus seinem Inneren stimmte ihn friedlich. Als nun auch noch die streunende Katze an seiner Hütte vorbeikam, schob er sein Napf ein wenig weiter nach vorn. "Oh, wie freundlich!" maunzte die Katze, "Frohe Weihnachten." "Frohe Weihnachten", brummte Nero vor sich hin. "Komm doch rein, es ist kalt da draußen." Die Katze traute dem Frieden nicht so ganz. Da sie jedoch keine Wahl hatte und die Nacht eisig war, trat sie näher. Nach den ersten Schritten faßte sie Mut und trat in die Hütte. Nero rückte etwas zur Seite und gab den warmen Platz im Heu frei. Friedlich schlummerten beide in den Weihnachtsmorgen. Als die Katze am Morgen die Hütte verlassen wollte, meinte Nero" bleib ruhig hier. Es ist Platz für Zwei und das Futter reicht auch. Weihnachten hatte zwei Herzen berührt, die zukünftig Freunde blieben.

  (c) Christina Telker

Dies ist eine mit page4 erstellte kostenlose Webseite. Gestalte deine Eigene auf www.page4.com