Tim und der Weihnachtsstern

 

In der Vorweihnachtszeit sind alle Kinder ganz besonders aufgeregt. Das war vor hundert Jahren so und ist bis heute so geblieben.

Tim ging es ebenso. Jeden Abend, wenn er in seinem Bettchen lag, fragte er sich, ob es den Weihnachtsstern wirklich gibt.

Vor zweitausend Jahren kündigte er die Geburt des Jesuskindes an, führte die drei Waisen zum Stall von Bethlehem und wies den Hirten den Weg zum Stall. Jedes Jahr zum Weihnachtsfest leuchtet er auch heute noch strahlend am Himmel. Er leuchtet viel heller als die anderen Sterne und jeder kann ihn sehen, wenn er will. So hatte es die Großmutter Tim oft erzählt.

„Gibt es den Weihnachtsstern wirklich?“, fragte der Junge fast jeden Abend die Mutti, wenn sie ihn ins Bett brachte und wie immer antwortete sie: „Natürlich gibt es den Weihnachtsstern. Du mußt nur richtig hinsehen.“ Dann blickte Tim so lange durch sein Fenster in den Sternenhimmel, bis er einschlief. Den Weihnachtsstern hatte er jedoch noch nie gesehen.

Es war die Nacht vor dem Heiligen Abend. Wieder hatte Tim in die Sterne geschaut. Da, plötzlich, fiel ein Mondstrahl auf sein Bett und eine Stimme sprach: „Komm Tim steig auf, ich bringe dich zum Weihnachtsstern!“ Tim rieb sich die Augen. Wachte oder träumte er? Da sprach die Stimme ein zweites Mal: „Nun komm schon, ich kann nicht ewig warten!“ „Wer bist du?“, fragte jetzt Tim. „Siehst du mich denn nicht, ich bin ein Mondstrahl! Nun steig schon auf, ich kann dich tragen.“ Jetzt wollte Tim nicht länger warten, schnell setzte er sich auf den Mondstrahl und los ging die Fahrt. Auf seiner Reise kam er vorbei am Großen Wagen, über die Milchstraße, grüßte Vater Mond, bis er bei einem großen Stern ankam, dem Weihnachtsstern. Tim hielt sich ganz fest, denn der Flug ging rasend schnell.

Als der Mondstrahl Tim auf dem Weihnachtsstern absetzte, war er im ersten Moment wie benommen. Strahlende Helle umgab ihn, daß er sich wie geblendet fühlte. „Du wolltest wissen, ob es mich gibt?“, sprach der Stern ihn an. „Ja“, antwortete Tim etwas schüchtern. „Nun siehst du, daß es mich gibt! Komm setz dich, ich will dir eine Geschichte erzählen“, sprach nun freundlich der Stern zu ihm. Gerne kam Tim der Aufforderung nach. Alles war hier so kuschelig weich und warm wie in seinem Bettchen nur viel, viel schöner.

 „Vor zweitausend Jahren, war ich ein Stern wie jeder andere“, begann der Weihnachtsstern zu erzählen, „Gott Vater ging von Stern zu Stern den Himmel entlang.  „Ich habe eine besondere Aufgabe für einen von euch“, sagte er. Als er uns alle gesehen hatte, erwählte er mich.  „Ich werde meinen Sohn auf die Erde senden und du sollst es aller Welt anzeigen. Du wirst ab sofort ein ganz besonderer Stern sein – der Weihnachtsstern. Dein Glanz wird hell zur Erde strahlen, so daß die Menschen dich sofort erkennen werden.“ So bekam ich meine Aufgabe“. Der Stern erzählte noch weiter, von der Geburt des Jesuskindes, von den Hirten, die ihn sahen und zum Stall liefen und von den drei Weisen, die ihm folgten, um das neugeborene Kind zu suchen. Aufmerksam hörte Tim ihm zu. „Jetzt weiß ich, daß es dich gibt“, sagte er freudig, als der Weihnachtsstern seine Erzählung beendet hatte. „Danke, daß ich dich besuchen durfte.“ „Jedes Jahr in der Weihnachtszeit erfülle ich einem Kind diesen Wunsch“, berichtete der Stern. „Für dich wird es nun Zeit zur Erde zurückzukehren. Bald ist die Nacht vorüber. Eine Bitte habe ich noch. Erzähle allen Kindern auf der Erde von mir und von der wahren Weihnachtsgeschichte.“ Gerne versprach es Timm, setzte sich auf den Mondstrahl und war bald wieder in seinem Bettchen.

Als am Morgen die Mutti ins Zimmer trat, waren Tim´s erste Worte: „Mutti darf ich dir die Weihnachtsgeschichte erzählen?“ Die Mutti lächelte und meinte: „Gerne Tim, heute Abend unter dem Tannenbaum.“ (c) Christina Telker

 

 

Dies ist eine mit page4 erstellte kostenlose Webseite. Gestalte deine Eigene auf www.page4.com