Ein Kranz mit 24 Kerzen


„Warum hat unser Kranz nicht 24 Kerzen, wo wir doch 24 Tage bis zum Weihnachtsfest haben?", fragt Elke ihre Mutter, als sie gemeinsam in der Küche sitzen.um den Kranz zu binden. „Weil das so üblich ist. An jedem Sonntag zünden wir 1 Kerze an“, antwortet diese. „Ich möchte aber an jedem Tag eine Kerze anzünden." Elke gibt keine Ruhe. Da erzählt die Mutter die Geschichte vom ersten Adventskranz, den vor knapp 200 Jahren Johann Hinrich Wichern erfand und von dem Waisenhaus, für dessen Kinder er erfunden wurde. „Siehst du, es geht doch! Die Kinder hatten es gut." „Aber heute sind es nun einmal die 4 Adventssonntage, an denen wir eine Kerze anzünden." „Ich finde das gar nicht schön. Können wir nicht 24 Kerzen anzünden?", Elke läßt sich nicht so schnell von ihrer Idee abbringen. Nach einem Moment des Nachdenkens lenkt die Mutter ein. „Wenn du mir 24 Gründe nennen kannst, an jedem Tag eine Kerze anzuzünden, werde ich darüber nachdenken, wie ich dir deinen Wunsch erfüllen kann." „Juchhu!", jubelt die Kleine und läuft in ihr Zimmer, um nachzudenken. Sie nimmt sich einen großen Zettel und schreibt auf:

  1. weil wir ab heute Advent feiern
  2. weil ich mich freue, daß es euch gibt
  3. weil ich die Stille bei Kerzenschein liebe, wo ich so gut mit dir reden kann
  4. zur Erinnerung an die Hl. Barbara
  5. weil die Adventszeit viel zu kurz ist
  6. weil heute Nikolaustag ist
  7. weil ich es liebe, wenn du mir vorliest
  8. weil es für mich die schönste Zeit des Jahres ist
  9. weil das mein größter Weihnachtswunsch ist
  10. weil ich den Duft der Kerzen liebe
  11. weil die Plätzchen bei Kerzenschein am besten schmecken
  12. weil so jeden Tag ein Licht den Weg zur Krippe begleitet
  13. als ein Licht für den Frieden

 

Nach einer Weile öffnet sich die Tür des Kinderzimmers und Elke legt ihrer Mutter einen Zettel vor. „Es sind noch keine 24 Gründe, sondern erst zwölf, aber die restlichen zwölf finde ich auch noch.“ Längst hat die Mutter begriffen, daß es keine Laune ihres Kindes ist, sondern, daß sie es ernst meint mit diesen 24 Kerzen am Kranz. Darum hat sie schon vorsorglich die Pyramidenkerzen hervorgeholt, die sie besorgt hatte. „Als sie sich Elkes Zettel durchgelesen hat, sagt sie: „Dann wollen wir einmal in diesem Jahr eine Ausnahme machen und zwischen die 4 dicken Kerzen, 20 kleine Kerzen setzen. Schau mal, hier liegen sie schon!“ Glücklich umarmt Elke ihre Mutti. „Du bist die beste Mutti der Welt!“ Gemeinsam binden sie den Kranz bis zum Ende und gestalten ihn festlich. Am Heiligabend stellen beide fest, daß es die schönste Adventszeit war, die sie bisher gemeinsam erlebten. Diese 24 Kerzen, schufen viel Zeit für Mutter und Tochter, die beide genossen. (c) Christina Telker

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