Sehnsucht nach Weihnacht

 

Wenn leis die Blätter rauschen

und bunt sich färbt das Laub,

dann steigt in meinem Herzen,

ganz  sacht die Sehnsucht auf.

 

Ich denk an meine Kindheit,

wie`s damals war daheim,

und tief in meinem Innern

stellt sich die Wehmut ein.

 

Die Stimmung von der Weihnacht,

sie ist Vergangenheit,

denn heut ist im September

schon Pfefferkuchenzeit.

 

Die schönen Schummerstunden,

die Mär vom Weihnachtsmann,

sie wurden uns genommen,

schau ich die Läden an.

 

Wie kann ein Kind noch glauben,

wie Ruprecht durch den Schnee,

mit seinem schweren Schlitten

bringt all die Gaben her?

 

Die Träume sind gestorben,

sie wurden ausgelöscht,

damit`s bereits zu Herbstbeginn,

die Kassen klingeln lässt.

Rückblick

 

Ich schaue aus dem Fenster in kalter Nacht

und habe mir dabei, so manches gedacht.

Die Nebel ziehn dahin geschwind,

in Zeiten die längst vergessen sind.

 

Ich sehe Knecht Ruprecht mit weißem Bart,

sein Esel schon vor dem Schlitten scharrt,

auf dem Schlitten liegt ein schwerer Sack,

in ihn sind die schönsten Gaben gepackt.

 

Zuckerkringel und Marzipan,

auch die Rute steht nebenan,

doch diese braucht er heute nicht,

darum lächelt des Alten Gesicht.

 

Und wieder ziehen die Nebel dahin,

ich sehe Kinder mit fröhlichem Sinn.

„Mutti, Mutti“, rufen sie laut,

„ob heute der Nikolaus nach uns schaut?“

 

Die Nebelschwaden ziehen vorbei,

die Jahre rannen dahin, eins, zwei, drei,

heut sitz ich allein, in der Stube drin

und trage die Bilder in meinem Sinn.

 

Wenn abends die Nebelschleier ziehn,

wandern Gedanken durch die Jahre dahin,

sie grüßen aus einer fernen Zeit,

doch diese liegt unendlich weit.

© Christina Telker

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