Stille Nacht

 

Von fern her klingen Kirchenglocken,

es riecht nach Eis und Schnee.

Die Nacht ist voller Sterne,

und zugefrorn der See.

 

Kein Laut erfüllt die Lüfte,

die Nacht ist still und klar.

Manch Fenster ist erleuchtet,

bald kommt ein Neues Jahr.

 

Aus manchem Hause klinget,

ganz leis ein Weihnachtslied,

ich blicke in die Fenster,

freu mich am Kerzenlicht.

 

Ich sehe Kinder spielen,

froh, unterm Weihnachtsbaum,

ich wand`re durch die stille Nacht,

denn ich bin heut allein.

 

Ich schau zurück, als einstens,

auch ich ein Kind noch war,

wie glücklich war die Weihnacht,

mit der Geschwisterschar.

 

Die Jahre rannen schnell dahin,

man kann es kaum verstehen,

der heut`ge Tag geht nun zur Ruh,

ich werd nach Hause gehen.

Rückblick

 

Ich schaue aus dem Fenster in kalter Nacht

und habe mir dabei, so manches gedacht.

Die Nebel ziehn dahin geschwind,

in Zeiten die längst vergessen sind.

 

Ich sehe Knecht Ruprecht mit weißem Bart,

sein Esel schon vor dem Schlitten scharrt,

auf dem Schlitten liegt ein schwerer Sack,

in ihn sind die schönsten Gaben gepackt.

 

Zuckerkringel und Marzipan,

auch die Rute steht nebenan,

doch diese braucht er heute nicht,

darum lächelt des Alten Gesicht.

 

Und wieder ziehen die Nebel dahin,

ich sehe Kinder mit fröhlichem Sinn.

„Mutti, Mutti“, rufen sie laut,

„ob heute der Nikolaus nach uns schaut?“

 

Die Nebelschwaden ziehen vorbei,

die Jahre rannen dahin, eins, zwei, drei,

heut sitz ich allein, in der Stube drin

und trage die Bilder in meinem Sinn.

 

Wenn abends die Nebelschleier ziehn,

wandern Gedanken durch die Jahre dahin,

sie grüßen aus einer fernen Zeit,

doch diese liegt unendlich weit.

© Christina Telker

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