Weihnachtsbäckerei

 

Am Rande des Waldes wohnte die kleine Sophie mit ihren Eltern. Wie alle Kinder freute sie sich schon mächtig auf Weihnachten. „Mutti, Mutti, schau mal meinen Wunschzettel, schickst du ihn bitte an den Weihnachtsmann?“, aufgeregt kam das Mädchen zur Mutti in die Küche gelaufen. „Da habe ich eine bessere Idee“, meinte die Mutti, „leg ihn einfach aufs Fensterbrett. In der Nacht, wenn du schläfst, kommt meist ein Weihnachts-englein und schaut, ob alle Kinder schlafen. Wenn es deinen Wunschzettel sieht, nimmt es ihn mit und liefert ihn direkt beim Weihnachtsmann ab.“ Sophie war ein sehr liebes und braves Mädchen. Nun nahm sie sich vor abends noch schneller einzuschlafen. 

Am nächsten Morgen konnte es Sophie kaum erwarten nach ihrem Wunschzettel zu sehen. Und was soll ich euch sagen, er war tatsächlich weg. Glücklich lief sie zur Mutti, um es ihr zu erzählen. Als es abends dunkelte, Sophie brachte gerade ihre Puppenkinder ins Bett, klopfte es ans Fenster. Sie zuckte richtig zusammen, Vati saß im Sessel und las seine Zeitung, Mutti bereitete das Abendessen vor. „Wer sollte das sein?“, überlegte Sophie, „noch nie hatte sich ein Fremder in der Dunkelheit bis zu ihnen, an den Waldrand verirrt.“ „Geh doch mal nachsehen, nimm der Vorhang zur Seite“, forderte sie der Vater auf. Ganz vorsichtig ging Sophie ans Fenster heran und schob die Gardine zur Seite. „Vati, Vati schau, da steht ein kleiner Hase mit einem Brief!“ „Ein Hase, wie kommt denn ein Hase dahin?“, wunderte sich jetzt auch der Vater. Er kam heran und nahm den Brief an sich, dann las er „An Sophie!“ Gemeinsam öffneten sie den Brief und der Vati las seiner Tochter vor: „Liebe Sophie! Danke für deinen Wunschzettel, er hat mich erreicht. Da in meinem großen Buch steht, daß du ein liebes Mädchen bist, werde ich versuchen deine Wünsche zu erfüllen. Liebe Grüße der Weihnachtsmann.“

„Post vom Weihnachtsmann!“, jubelte Sophie und rannte sofort zur Mutti in die Küche. „Der Weihnachtsmann kennt dich eben“, freute sich die Mutti mit ihr. Das kleine Häschen ließ Sophie nicht mehr aus dem Arm. Sie zeigte ihm ihr Spielzeug, machte ihn mit Brummel, dem Bären, bekannt. Abends durfte der Hase natürlich in ihrem Bett schlafen.

Als alles im Haus sich zur Ruhe begeben hatte, stupste das Häschen Sophie an. Erst nahm sie es gar nicht richtig wahr, doch dann sagte sie: „Sag mal Hoppel, was soll das, nachts wird geschlafen!“ Auf einmal fing ihr Häschen an zu reden: „Ich soll dich zum Weihnachtsmann bringen, er möchte dir seine Weihnachtsbäckerei zeigen.“ Sofort war Sophie hellwach. „Habe ich richtig gehört, du bringst mich jetzt zum Weihnachtsmann?“ „Ja, du hast richtig gehört und nun zieh dich endlich an, wir müssen uns beeilen!“ Das brauchte man nun Sophie nicht zweimal sagen, im nu war sie in ihren Sachen und stand fertig angezogen vor dem Häschen. „Komm, aber sei leise, damit wir niemand wecken“, forderte das Häschen sie auf. Auf leisen Sohlen schlichen sie sich aus dem Haus.

 „Nun kommt schon“, lachte der gute alte Mond, „ich schicke euch meinen schönsten Strahl auf die Erde, nehmt Platz und ab geht die Fahrt.“  Sophie nahm ihr Häschen in den Arm und setzte sich auf den Mondstrahl. Schneller als ein Blitz waren sie oben bei Vater Mond angekommen. „Nun nur noch die Milchstraße entlang und ihr seid bei der Weihnachtsbäckerei“, meinte dieser und leuchtete ihnen mit seiner Laterne den Weg. Schnell hatten die beiden die Milchstraße hinter sich gelassen und standen vor der Weihnachtsbäckerei. Ein Englein hatte schon auf sie gewartet und lies sie ein. „Oh wie wundervoll duftet es hier!“, staunte Sophie kaum daß sie den Raum betreten hatte. Dann sah sie sich etwas genauer um. Überall waren kleine Englein fleißig dabei Stollen, Plätzchen und Pfefferkuchen zu backen. „Möchtest du beim Verzieren helfen“, wurde sie gefragt. „Darf ich das?“, staunte Sophie. Schon brachte ihr ein Englein eine Schürze und Sophie begann beim Verzieren der Pfefferkuchen zu helfen. Goldene Zuckerkugeln, silberne Perlen, vieles andere wartete hier auf sie. Mit bunter Zuckerschrift durfte sie die Plätzchen bemalen. Oh wie strahlten ihre Augen. Viel zu schnell verging die Zeit. 

Damit sie den Weg gut sehen konnten, streute ein Engelchen Glitzersterne aus. Wie auf einer Rutsche ging es auf dem Mondstrahl wieder direkt nach Hause. Als die Mutti am Morgen ihr Mädchen wecken wollte, erzählte ihr Sophie was sie in der Nacht erlebt hatte. „Da hattest du aber einen schönen Traum“, freute Mutti sich mit ihrem Töchterchen. Sophie wiedersprach nicht, sie wußte jedoch, daß es kein Traum war. Oder doch?

(c) Ch. Telker

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