Warum schenken wir?

 

Die Adventszeit hatte begonnen. Jeden Tag öffnete Paula ein Türchen an ihrem Adventskalender und freute sich, daß das Weihnachtsfest immer näherrückte. Heute wurde sie aber doch etwas nachdenklich. ‚Ich habe immer noch nicht alle Geschenke beisammen. Papa bekommt einen Schlüsselanhänger, Mama meine ersten selbst gehäkelten Topflappen, für Oma Inge und Torsten habe ich aber noch nichts. Morgen bin ich bei Oma Trude, sicher hat sie noch eine gute Idee‘, überlegte das Mädchen.

Kaum hatte Paula am nächsten Tag die Oma begrüßt, überfiel sie diese auch schon mit ihrer Frage. „Eigentlich wollte ich heute mit dir Plätzchen backen, aber vielleicht können wir auch beides verbinden“, meinte die Oma lächelnd. „Nun wollen wir aber erst gemeinsam frühstücken. Deine heiße Schokolade wartet schon“. „Du bist die Beste“, jubelte Paula und gab der Oma einen dicken Kuß. Beim Frühstück berieten die Beiden, was der gerade begonnene Tag ihnen wohl noch bringen könnte. Zuerst hatten sie sich entschieden, werden Plätzchen gebacken. Als Paula gerade dabei war mit Sternenformen den Teig auszustechen, fragte sie plötzlich: „Oma, warum schenken wir überhaupt?“ Zuerst war Oma recht erstaunt. „Warum?  Ja, weil wir Menschen die wir lieben erfreuen möchten!“ „Ja, aber warum schenken wir zu Weihnachten“, setzte Paula ihre Fragestunde fort. „Weißt du, so genau habe ich mir das noch gar nicht überlegt“, entgegnete die Oma, „aber, wenn ich es recht bedenke, haben wir alle zu Weihnachten das größte Geschenk überhaupt bekommen. Gott schenkte uns seinen Sohn. Deshalb ist Weihnachten das Fest der Liebe, das Fest der Geschenke. Es ist gut Paula, daß du gefragt hast.“ Paula freute sich über Omas Lob und ihre Erklärung.

Die Plätzchen waren fertig. Am Nachmittag bastelten Oma und Paula ein Kästchen, das sie mit Plätzchen füllten. Ein Geschenk für Oma Inge. Für Torsten hatte Oma auch noch eine Idee, die Paula gerne annahm. „Hast du nicht noch Ansichtskarten aus dem letzten Urlaub?“, fragte sie. „Ja natürlich, du weißt, ich sammle Ansichtskarten“, antwortete Paula sofort. „Da hast du doch sicher einige davon für Torsten übrig“, sprach Oma weiter. „Was soll er denn damit?“, wurde Paula jetzt neugierig. Nun erklärte die Großmutter ihrer Enkelin, wie man aus bunten Karten einen kleinen Behälter nähte. „So hat dein Freund einen Behälter für seine Buntstifte und es ist von dir selbst gebastelt.“ Paula freute sich, daß Oma doch immer die richtigen Ideen hatte.

(c) Ch. Telker

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