Spuk im Weihnachtsland

 

„Hast du schon die Plätzchen fertig?“ Fips packt das Weihnachtsgebäck vorsichtig in Schachteln. „Sie müssen noch abkühlen, in zwei Stunden kannst du sie haben“, ruft ihm Fredl zu. „Dann werde ich bei Timi weiter helfen“. In der Weihnachtswerkstatt geht es hoch her. Nur noch wenige Tage und dann ist Weihnachten, dabei wartet noch so viel Arbeit Auf die fleißigen Wichtel. Die kleinen Wichtel, wissen gar nicht wo sie zuerst hinlaufen sollen. Jeder hat seine Aufgabe und doch helfen sie sich wie selbstverständlich wo sie nur können. „Spiet, hast du die Marzipankartoffeln gesehen,  ich habe sie vorhin hierhin gestellt?“ Fips hat schon überall gesucht und ist ganz verzweifelt. „Denkst du, nur weil ich gerne nasche, esse ich alle Marzipankartoffeln auf?“ Spiet ist richtig ein bisschen wütend, wie kann Fips ihm so etwas zutrauen. „Aber sie sind weg, helft mir doch bitte suchen!“ Überall wird gesucht, keiner findet jedoch die süße Nascherei. Da ruft schon Timi: „Eben hatte ich hier drei fertig gepackte Päckchen liegen, jetzt sind es nur noch zwei!“ „Das kann doch gar nicht sein“, wundert sich der Weihnachtsmann, der soeben bei seinen fleißigen Helfern nach dem Rechten sehen wollte. „Na wer von euch, spielt uns hier einen Streich? Nun mal heraus mit der Sprache. Es kostet zu viel Zeit, denkt daran nur noch wenige Tage, dann müssen wir fertig sein“. „Aber ich war es nicht“, riefen jetzt alle Zwerge wie aus einem Munde. „Das verstehe ich das Alles nicht mehr.“ Der Weihnachtsmann schüttelte den Kopf. „Dann müssen wir neue Marzipankartoffeln anfertigen und ein neues Päckchen packen. Das ist wirklich schlimm, hoffentlich schaffen wir  alles noch rechtzeitig!“

„Ich weiß, wer das war“, ein feines zartes Stimmchen meldete sich. „Du, Mäuschen? Hast du etwa Alles gegessen“, die Wichtel schauten verdutzt auf die Kleine. „Oh, das würde ich ja gar nicht vertragen! Nein es war Xenia, ich habe sie gesehen.“ „Xenia?! Das wird ein schlimmes Weihnachtsfest! Wenn sie hier ist, bringt sie alles durcheinander. Die Kinder werden nicht ihre gewünschten Geschenke erhalten!“ Der Weihnachtsmann wurde sehr traurig. Jedes Jahr aufs Neue haben die Wichtel Furcht vor der Weihnachtshexe. Meist bleiben sie verschont, aber in diesem Jahr scheint es anders zu laufen.

 „Ich weiß etwas“, meldete sich Pieps ein zweites Mal. „Na sag schon, auch wenn du uns wohl nicht helfen kannst“, brummte der Weihnachtsmann resigniert. „Wir müssen das Christkind um Hilfe bitten!  Wenn es mit seiner Engelschar hier Wache hält und den Raum erleuchtet, traut sich Xenia nicht her. Sie liebt die Dunkelheit und kommt nicht ins Helle.“ „Du bist schlauer als ich gedacht habe“, freute sich der Alte. Ich werde gleich einen Boten zum Christkind senden und es um Hilfe bitten.

In der Zwischenzeit stand Xenia in ihrem Waldreich, mixte einen Zaubertrank und freute sich schon darauf am nächsten Tage so richtig beim Weihnachtsmann und den Zwergen zuzuschlagen. „Das wird lustig, hi, hi, hi, so viel Spaß hatte ich noch nie am Weihnachtsfest. Morgen werde ich die Geschenke so durcheinander bringen, dass keiner mehr etwas findet.“ Fröhlich ging sie zu Bett, der Besen stand startbereit daneben.

Schnell wie der Wind flog der Weihnachtsmann mit seinen Rentieren zum Christkind. Freundlich wurde er empfangen und das Christkind sagte auch sofort seine Hilfe zu. Noch ehe die Nacht verging, hatten die Zwerge himmlischen Besuch. Überall hatte das Christkind Engel zur Wache aufgestellt, die die Zwergenwerkstatt hell erleuchteten. Einige halfen auch bei der Arbeit, damit die versäumte Zeit schnell wieder aufgeholt wurde. Die Zusammenarbeit machte Zwergen und Engeln viel Freude. „Das müssten wir jedes Jahr so machen“, jubelte ein kleiner Engel. „Es ist wirklich schön bei euch.“

Der Morgen fing schon an zu grauen, Xenia setzte sich auf ihren Besen und flog zum Zwergenland. „Euch werde ich das Tanzen beibringe“, kicherte sie vor sich hin. Vorsichtig kreiste sie über der Zwergenwerkstatt, um unbeobachtet zu landen. „Was ist da nur los?“, wunderte sie sich. „Es ist fast noch Nacht und es ist hell wie am Tage, da stimmt doch was nicht“. Noch einmal umkreiste sie das Objekt, da entdeckte sie den Grund der Helligkeit. „Das kann doch nicht wahr sein! Was machen denn die Engel bei den Zwergen? Jetzt bin ich machtlos und ich hatte mich so gefreut! Gegen die Engel und das Christkind reicht meine Zauberkraft nicht aus!“ Wutschnaubend flog sie zurück in ihren Wald, um sich ein neues Opfer für ihre Anschläge zu suchen.

Gemeinsam hatten Zwerge und Engel alle Vorbereitungen zum Fest beendet. Jedes Päckchen war mit dem richtigen Namen versehen. Der Weihnachtmann machte sich auf den Weg die Geschenke zu den Kindern ins Haus zu bringen. Das Christkind begab sich mit den Engeln wieder auf den Weg ins himmlische Reich. Einige Engel begleiteten den Weihnachtsmann und brachten zur Bescherung ein Ständchen.(c) Christina Telker

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