Josef hat einen Plan 


In dem kleinen Stall von Bethlehem war seit Wochen keine Ruhe eingekehrt. Längst bereute der Wirt gerade diese Familie nicht aufgenommen zu haben. Welche Einnahmen waren ihm da entgangen. Kaum einer kehrte noch bei ihm ein. Alle besuchten das Kind in der Krippe und brachen danach wieder auf.
Kind und Eltern konnten von den Gaben gut leben, die sie geschenkt bekamen, auf ihn waren sie nicht angewiesen. Jetzt waren auch noch drei Könige eingekehrt. Er konnte es kaum fassen, was da in seinem Stall vor sich ging. ‚Das hätte ich vorher wissen müssen‘, dachte er manches Mal bei sich.

Doch auch Josef machte sich Gedanken. Seit dem Besuch der Könige. Er bekam ein Gespräch mit, das die Drei miteinander führten. Demnach stellte König Herodes dem Kinde nach. So überlegte er für sich, was zu tun sei. In dieser Nacht lag er lange wach. Da war ihm, als ob ein Engel zu ihm sprach. War es Traum oder Wirklichkeit? Als er am Morgen erwachte, wußte er was zu tun sei.

Jetzt sprach er mit Maria und erklärte ihr die Dringlichkeit der Rückreise. Am nächsten Morgen, vor Sonnenaufgang brachen sie auf. Den Esel beluden sie mit dem wenigen Gepäck, das sie bei sich führten. Maria und das Kind fanden ebenfalls Platz auf dem Rücken des Grautiers. Einen Obolus für den Esel hinterlegte Josef auf dem Sims, so daß der Wirt nicht behaupten könne, sie hätten ihn gestohlen.

Mühsam war der Weg nach Ägypten. Es ging über Berge und durch Wälder. Die Familie schlug in Höhlen ihr Nachtquartier auf, aber stets war in der Dunkelheit ein Lichtsein um sie, der ihnen den Weg zeigte. Dieses Licht war jedoch nur für sie selbst sichtbar nicht für ihre Verfolger.  Am Tage fanden sie in Wäldern und auf Feldern Nahrung für sich und das Kind. Die Gegenwart des Kindes ließ selbst wilde Tiere wieder abziehen, als sie es erblickten. Ging das Wasser zur Neige, fanden sie immer wieder eine Möglichkeit ihren Vorrat aufzufüllen. Wasserquellen und klare Bergseen machten dies möglich.

Als der beschwerliche Weg, durch Gottes Bewahrung, ein Ende nahm und sie die Türme der Städte Ägyptens erkannten, gingen sie zum Tempel und lobten Gott für seine Führung. Nachdem sie Gott gedankt hatten, setzten sie ihren Weg fort. Allen, denen sie begegneten erfreuten sich an dem Kind und gaben von ihrer wenigen Habe dem Kind, als Dank für diese Begegnung. Als sie von dem angeordneten Kindesmord in ihrer Heimat hörte, dankten sie Gott für seinen Schutz. Schwer trugen sie an dem Gedanken an die unschuldigen Kinder und doch wußten sie, Gott hatte genau diesen Weg, den sie in manchen Gefahren und Nöten, jetzt hinter sich gebracht hattenfür sie vorgesehen.

Alös sie vom Tode Herodes hörten, machten sie sich auf den Weg in die Heimat. Eine weite Strecke hatten sie noch vor sich, bis sie Nazareth erreichten. Nun konnten sie jedoch auf öffentlichen Wegen gehen, die Gefahr durch Herodes war vorüber. © Christina Telker

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