Die lebende Krippe

 

Jörg konnte heute nicht einschlafen. Der Abend war viel zu aufregend gewesen. Erst der Überraschungsbesuch der Großeltern, dann die Christvesper, bei der er in diesem Jahr das erste Mal mitspielen durfte und daheim der Baum mit echten Kerzen. Der Junge hätte fast seine Geschenke vergessen so begeistert war er von dem Lichterbaum. Dieses Christfest war ein ganz besonderes für ihn. Im nächsten Jahr würde er zur Schule kommen und so durfte der zu diesem Weihnachtsfest einiges mehr als sonst. Er wurde als groß angesehen, was ihn mit Stolz erfüllte. Wie sehr hatte es ihn genervt, immer zu hören: Du bist noch zu klein. So lag er nun bereits einige Zeit im Bett und dachte über das Erlebte nach. Jetzt entschloss er sich noch einmal aufzustehen, um seine Geschenke in Ruhe zu betrachten. Als er die Tür zum Wohnzimmer öffnete, vernahm er leise, flüsternde Stimmen. Vorsichtig schlich er sich näher und beobachtete, was sich dort vor seinen Augen abspielte. Er konnte es kaum fassen, was sich hier tat und kam sich vor wie im Stall von Bethlehem. Gerade kamen die Hirten zur Krippe. Sie legten Felle ab für das Kind, damit es warm und weich in der Krippe liegen würde. Die Schafe, die sie mitgebracht hatten, blökten vor sich hin. Weiter hinten konnte er bereits die drei Könige erkennen, ins Gespräch vertieft. Jörg stand mucksmäuschenstill und schaute dem Ganzen zu. Wie gerne wäre er hinzugeeilt und hätte dem Jesuskind sein neues Auto geschenkt, das heute unter dem Tannenbaum stand. Aber er wagte es nicht. Als die Glocke vom nahen Kirchturm 1 Uhr schlug, standen die Krippe Figuren wie zuvor an ihrem Platz. Jörg schlich sich ins Bett und konnte der Müdigkeit nicht mehr widerstehen. Im Traum erlebte er die Weihnachtsgeschichte noch einmal. Das Erlebte der letzten Nacht blieb sein Geheimnis.

(c) Christina Telker

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