Vom Stern der von Weihnachten erzählte

 

Gerade hatte die Mutti Jürgen ins Bett gebracht. Mit seinem neuen Teddy, den er heute Abend unter dem Christbaum vorfand, kuschelt er sich auf die Seite und lässt seinen Blick durch das Fenster zum Abendhimmel wandern. Seine Gedanken sind noch mit dem Erlebten des Weihnachtsabends beschäftigt. ‚Was war es nur für ein schöner Abend‘, dachte Jürgen bei sich, ‚schade, dass es nur einmal im Jahr Weihnachten ist.‘ „Schläfst du schon?“, erkundigt sich die Mutter leise an der Kinderzimmertür. Da keine Antwort kommt, schließt sie leise die Tür. Jürgen ist viel zu sehr mit seinen Gedanken beschäftigt und schon sehr müde, so ließ er es heute widerstandlos geschehen, dass die Mutter die Tür schloss. ‚Träumen ist doch etwas sehr Schönes‘, denkt der Junge gerade noch, als ihm ein Stern am Himmel auffällt, der ganz besonders hell leuchtet.

„Hallo, kleiner Stern! Bist du der Weihnachtsstern?“, flüstert Jürgen leise vor sich hin. Da der Weihnachtsstern, jedoch sogar in die Gedanken sehen kann und leises flüstern sehr gut versteht, antwortet er: „Ja, ich bin ein Weihnachtsstern. Nicht der, der über dem Stall von Bethlehem stand, aber einer der in dieser Nacht auf den Feldern in Bethlehem das Geschehen miterlebte. Damals als die Engel die Botschaft zu den Hirten brachten.“ „Oh, so alt bist du schon? Dann kannst du mir doch sicher sagen, seit wann man Weihnachten feiert?“, erkundigte sich Jürgen, der nun gar nicht mehr müde war. „Das kann ich dir sagen“, antwortete der Stern. „Christi Geburt, feierten die Menschen bereits im 4. Jahrhundert. Papst Liberius legte es auf den 24. Dezember fest. Dieses Datum wechselte aber im Laufe der Jahrhunderte. Mal war es der 25. Dezember, aber auch der 6. Januar.“ Jürgen staunte, was der Stern ihm alles erzählte. „Als Weihnachten bezeichneten die Menschen das Fest jedoch erst im 12. Jahrhundert. Abgleitet von der „geweihten Nacht“.“ Die Augen des Jungen wurden immer größer. „Sag, kleiner Stern, seit wann gibt es denn Weihnachtsbäume? Das ist doch mit das Schönste, wenn die Lichter am Baum angezündet werden.“ „Weihnachtsbäume wurde im 16. Jahrhundert auf besonderen Plätzen der Stadt oder vor Kirchen aufgestellt. Wie auch in der Stadt Straßburg. Erst später zogen die Christbäume in die Stuben ein. Damals wurde sie an der Zimmerdecke aufgehängt. Erst im 18. Jahrhundert kommt es häufiger vor, dass sich Menschen Tannenbäume in die Wohnungen holen.“ Gab es da auch schon die schönen Kugeln und Kerzen, die ich so liebe?“, wollte der Junge nun wissen. „Nein“, erklärte der Stern, „Im 18. Jahrhundert wurde der Baum mit Äpfeln und Nüssen geschmückt. Später dann im 19. Jahrhundert, stellten die Familien den Baumschmuck selbst her. Strohstern, gehörten dazu aber auch Weihnachtsketten aus buntem Papier. Das Herstellen des Baumschmucks war eine besondere Freude in der Adventszeit.“ „Oh, das möchte ich auch. Ich bastele sehr gerne. Im Kindergarten haben wir auch für Weihnachten gebastelt“, erzählte Jürgen jetzt ganz begeistert. „Sag kleiner Stern, seit wann gibt es die Weihnachtskugeln?“, wollte Jürgen nun wissen. „Die Weihnachtskugeln wurden im 19. Jahrhundert in Thüringen, in Lauscha erfunden. Damals hatten die Glasbläser nur sehr wenig Geld zur Verfügung und so versuchte ein armer Glasbläser, seinen Baumschmuck selbst zu erstellen.“ „Das war eine tolle Idee!“, rief Jürgen begeistert. „Ja, das war eine gute Idee, denn der Glasschmuck für den Weihnachtsbaum zog nun um die ganze Welt.“ „Jetzt möchte ich aber noch wissen, seit wann Kerzen am Weihnachtsbaum leuchten, kleiner Stern. Kannst du mir das auch sagen?“ „In den vielen Jahrhunderten, in denen ich schon am Himmel entlang wandere, habe ich sehr viel gesehen und kann dir auch sagen, dass die ersten Kerzen aus Bienenwachs im 17. Jahrhundert in reichen Bürgerhäusern am Weihnachtsbaum leuchteten. Arme Familien konnten sich das nicht leisten. Darum gab es im 19. Jahrhundert Kerzen aus Talg und Paraffin, die preisgünstig waren. Kerzenhalter gab es erst, zum Ende des 19. Jahrhunderts. Bis dahin steckte man die Kerzen in den Zweigen fest. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es die ersten elektrischen Kerzen für die Christbäume.“ „Oh, ob ich das morgen früh noch alles weiß, um es Mutti zu erzählen“, sagte der Junge etwas nachdenklich. „Das ist jetzt gar nicht so wichtig“, schmunzelte der Weihnachtsstern. „Schlaf jetzt gut und träum von Weihnachten. Vielleicht besuche ich dich im nächsten Jahr wieder.“ „Das wäre schön“, flüsterte Jürgen im Einschlafen und drückte seinen neuen Teddy noch einmal so fest  an sich. © Ch. Telker

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