Hausfrauenweihnacht

 

Am Weihnachtsbaum die Kerzen leuchten,

heut ist der erste Feiertag,

die Mutter werkelt in der Küche,

was sie wohl alles schaffen mag?!

 

„Minna hat wohl heute Ausgang“,

ruft der Vater – dann wird´s still.

Denn der Mutter in der Küche,

keiner wohl recht helfen will.

 

Peter spielt mit seinem Zuge,

Vater liest sein neues Buch.

Tante sehnt sich heut nach Ruhe,

Bärbel stickt an einem Tuch.

 

Mutter weiß wohl in der Küche,

kaum was sie zuerst tun soll.

Auch der Abwasch türmt sich heute

die ganze Spüle ist schon voll.

 

Mittag! Jetzt ist alles fertig,

Braten duftet auf dem Tisch.

Mutter schläft fast vor dem Teller,

‚denkt denn keiner heut an mich?’

 

Wieder rennt sie, wieder wirkt sie

und die Andern sehen zu.

Soll das stets so weiter gehen,

gibt´s für sie denn keine Ruh?

 

Spät am Abend wenn dann alle,

fröhlich und putzmunter sind,

sitzt sie ausgelaucht daneben,

Augen halb geschlossen sind.

 

Vater schaut zu ihr hinüber,

und dann fragt er voll Gefühl:

„Was ist los mit dir mein Liebling,

warum bist du nur so still?“

© Ch.Telker

 

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