Weihnacht bei Familie Maus

 

„Bald ist Weihnachten“, piepste Mutter Maus ihren Kindern. „Weihnachten, was ist das?“ erkundigte sich Graufellchen. „Weihnachten ist: Schlemmen ohne Ende, ist Gänsebraten, sind Bockwürste mit Kartoffelsalat, sind Plätzchen und Pfefferkuchen. Weihnachten ist – Friede auf der Welt.“ „Uih, soviel auf einmal?!“, staunte Weißschwänzchen und leckte sich ihr Schnäuzchen. „Ja, soviel auf einmal! Weihnachten ist ein Fest, an dem wir Mäuse nicht lange suchen müssen. Die Speisekammer ist gefüllt mit den schönsten Leckereien. Bunte Teller stehen in den Zimmern herum mit den feinsten Backwaren. Morgen wenn die Menschen schlafen, nehme ich euch mit, dann zeige ich euch, wo diese Leckereien zu haben sind und ihr könnt euch so richtig satt essen.“ Das war ein freudiges Gepiepse. Die kleinen Mäuse konnten kaum den nächsten Tag erwarten. Immer wieder drängelten sie und fragten die Mutter, ob man es nicht schon mal wagen könnte in eins der Zimmer zu schauen. Endlich war es soweit. Jedes Mäuschen stürmte in eine andere Richtung, jedes fand seinen Teller oder sein Schüsselchen, an dem es sich so richtig laben und den Bauch vollschlagen konnte. Piepsi tat schon der Bauch weh vom vielen naschen, aber sie hatte immer noch nicht genug. Sie dachte in anderen Räumen noch Besseres zu finden. Nun hatte der Wind die Tür zu geschlagen und Piepsi suchte krampfhaft nach einem Ausgang, ohne ihn zu finden.

Plötzlich trat das Schlimmste ein, was einer Maus passieren kann. In ihrer Suche nach dem Ausgang hatte sie nicht bemerkt, daß sie schon längst beobachtet wurde.

Sich den Bart putzend saß Minka, die Stubenkatze, vor ihr. Piepsi zitterte am ganzen Leibe und sah ihr letztes Stündlein gekommen. So hatte sie sich Weihnachten nicht vorgestellt. Minka kam näher, streckte Piepsi die Pfote entgegen und mauzte: „Frohe Weihnachten.“ Es war genau Mitternacht, wo alle Tiere am Weihnachtsabend sich verstehen. „Fröhliche Weihnachten“, piepste die Maus. “Weißt du vielleicht, wo hier der Ausgang ist?“ Piepsi hatte allen Mut zusammengenommen. „Natürlich, hier“, antwortete die Katze und schlich zur Tür. Sie drückte mit dem Kopf gegen eine kleine Luke in der Tür, die sich öffnete. „Danke“, piepste die Maus und eilte, so schnell sie ihre kleinen Beine tragen konnten davon. „Das schönste an Weihnachten ist doch der Friede auf der Welt“, dachte sie noch beim Einschlafen.

(c) Ch. Telker

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